Biografie Meret Oppenheim
«Die Freiheit wird einem nicht gegeben, man muss sie nehmen.»
Meret Elisabeth Oppenheim (1913–1985) wurde in Berlin-Charlottenburg geboren, wuchs jedoch grösstenteils in der Schweiz auf – unter anderem in Bern, wohin ihre Familie 1914 zog.
Früh kam sie durch ihre künstlerisch tätige Grossmutter Lisa Wenger mit Malerei und Literatur in Berührung. Mit nur 23 Jahren schuf sie ihr später weltberühmtes Werk „Le Déjeuner en fourrure“, die pelzbezogene Tasse, die heute als Ikone des Surrealismus im MoMA (Museum of Modern Art) in New York ausgestellt ist.
Meret Oppenheim und die Schule
Die Künstlerin hatte ein ambivalentes Verhältnis zur Schule. Im Alter von 18 Jahren verliess sie das Internat, entschied sich für eine Künstlerlaufbahn und fuhr gemeinsam mit ihrer besten Freundin mit dem Zug nach Paris. Dort begegnete sie den bedeutendsten Künstler*innen ihrer Zeit und erlangte internationalen Ruhm. Die Kunst gab ihr, was ihr in der traditionellen Schulbildung fehlte.
In der Schule hat sie aber auch entdeckt, dass sie ihren Weg in der Kunst suchen muss. Mit 13 Jahren hat sie ihren Eltern geschrieben: « …mich hat eine Malwut befallen. Ich male (sicher zu eurem Bedauern) lauter Stilleben…»
Mithilfe einer Zeichnung erklärte Sie ihrem Vater, weshalb sie die Schule abbrechen wollte: «Wenn mathematische Gleichungen Wurzeln haben, wo bleiben dann die Hasen?», collagierte «X=Hase» in ihr Schulheft und legte damit den Grundstein für ihre Karriere als surrealistische Künstlerin.
Mit einer souveränen Eigenständigkeit hat sich Meret Oppenheim in einer männerdominierten Kunstwelt einen Platz geschaffen, an dem sie ausdrücken konnte, was sie und die Gesellschaft bewegt. Zwangsläufig musste sie sich deshalb mit dem Begriff der Freiheit auseinandersetzen und ihren eigenen Weg suchen.