Res Dauwalder

Lehrperson Volksschule

«Die NMS hat mir die Möglichkeit gegeben, mich einbringen zu dürfen, mitzudenken, mitzuentscheiden und mitzutragen. Das hat meine Arbeitszeit an der NMS Bern besonders und einzigartig gemacht.» 

Res Dauwalder geht nach 28 Jahren an der NMS in Pension. In diesen 28 Jahren hat er massgeblich dazu beigetragen, die Volksschule NMS Bern zu prägen und in die Zukunft zu führen. 28 Jahre sind eine beachtliche Zeit: Das sind ungefähr 56000 Arbeitsstunden, es sind aber auch rund 1400 Schülerinnen und Schüler, die von Res Dauwalder unterrichtet, begleitet, beraten und geprägt worden sind. Beachtliche Tatsachen. 

Res Dauwalder war schon vor seinem Eintritt in die NMS Bern als Lehrer tätig, aber nicht ganz von Anfang an: Nach einer Lehre als Elektronik Mechaniker mit Berufsmatura absolvierte er die Eidgenössische Matura im Fernunterricht mit AKAD. Wir erachten heute Distance Learning und Digitalisierung als selbstverständlich, das war für ihn nicht der Fall: Per Post wurden die Arbeitsmaterialien geliefert, er hatte eine gewisse Zeitspanne zum Erlernen des Stoffes und Ausfüllen der Arbeitsblätter zur Verfügung, danach schickte er das Paket wieder zurück und die Unterlagen wurden bewertet. Nach bestandener Matura begann Res Dauwalder das Studium zum Sekundarlehrer mit den Fächern Mathematik, Physik, Geografie und Geschichte. Schon während des Studiums arbeitete er als Hilfsassistent am Geografischen Institut und konnte am neuen Lehrmittel Geografie mitarbeiten – eine Arbeit, die ihm sehr gut gefiel.  

Nach Abschluss des Studiums unterrichtete er in Oberdiessbach einige Jahre an der Sekundarstufe. 1996 wurde an der NMS Bern eine Stelle frei und Res Dauwalder entschied sich für sie. Mit viel Herzblut und Engagement widmete er sich in den folgenden 28 Jahren dem Unterricht, den Schülerinnen und Schülern, dem Kollegium, der gesamten NMS Bern und seiner Weiterbildung. Er unterrichtete zuerst an Sek-Klassen, danach am Langzeitgymnasium. Mit seinem interessanten, abwechslungs- und lehrreichen Unterricht bereitete er die Klassen jeweils sehr gut auf die Anforderungen des Gymnasiums vor. Mit viel Menschlichkeit, Verständnis, Offenheit und Humor führte er seine Klassen,begleitete und förderte seine Schülerinnen und Schüler. Neben dem Unterricht im Klassenzimmer waren ihm die ausserschulischen Lernorte und die Lager sehr wichtig. Er ermöglichte, wo er konnte, solche Tage oder Wochen, in der Regel übernahm er auch die Hauptverantwortung. Lager mit Res Dauwalder waren auch immer lustig und sowohl Schülerschaft als auch Lehrpersonen kehrten mit vielen bleibenden Erinnerungen nach Hause. 

Als das Ausbildungskonzept «Lernwelt» entwickelt wurde, war Res Dauwalder eine wichtige und wegleitende Person. Ihm war von Anfang an klar, dass in diesem Konzept ganz viele Chancen stecken, die es zu nutzen galt. So förderte er zum Beispiel den Austausch von Unterrichtsmaterialien und setzte mit dem Kollegium Standards fest, welche die Qualität der Arbeitsmaterialien sicherten. Diese gesammelten Unterrichtsmaterialien konnten von allen Lehrpersonen genutzt und weiterentwickelt werden. Ein besonders zu erwähnendes Highlight dieser Unterrichtsmaterialien sind die Experimente: Es galt, einen Weg zu finden, wie auch beim selbständigen und teilweise eigenständigen Lernen im Lernatelier Experimente durchgeführt werden konnten. Res Dauwalder ging nach Hause, holte die nicht mehr gebrauchten Duplo-Bausteine seiner Kinder und zog sich in seine Werkstatt zurück: Dort entstanden einfach bedienbare, gut zusammensetzbare und stabile Experimentiersets zu vielen Lehrplanthemen, die mit wenig technischem Aufwand bestens funktionierten. Sie tun es bis heute! 

Seine fundierten Kenntnisse in seinen Unterrichtsfächern konnte er auch an anderen Abteilungen der NMS einbringen: So unterrichtete er an der damaligen DMS (Diplommittelschule, der Vorläuferin der heutigen FMS) Physik und am damaligen IVP (Institut für Vorschul- und Primarstufe, dem heutigen Pädagogischen Hochschul-Institut NMS) das Modul MINT (Mathematik – Informatik – Natur – Technik). Res Dauwalder hat also an fast allen Abteilungen der NMS unterrichtet. Auch diese Tatsache ist bezeichnend für ihn: Ihm lag die NMS-Gemeinschaft sehr am Herzen – innerhalb «seiner» Abteilung und abteilungsübergreifend. Anlässe wie der abteilungsübergreifende Projekttag, Ausflüge mit der ganzen Belegschaft, Austausch in den Fachschaften Mathematik und NMG (Natur-Mensch-Gesellschaft), der Schulverein – das sind alles Bereiche, in die Res Dauwalder gerne seine Energie und sein Wissen investierte. 

Und nun soll das alles vorbei sein? Wir können uns eine NMS ohne Res Dauwalder gar nicht so recht vorstellen. Wir wissen aber, dass er sich auf seinen nächsten Lebensabschnitt freut und dafür Pläne schmiedet. Das hat er verdient und wir wünschen ihm dabei viel Freude und Erfüllung. Sollte er die NMS trotzdem einmal vermissen: Die nächste Grippesaison kommt ganz gewiss und wer weiss, ob er zusagt, sollten wir ihn für die eine oder andere Stellvertretung anfragen? 

Wir danken Res Dauwalder ganz herzlich für seine grossartige und wertvolle Arbeit mit den Schülerinnen und Schülern und den Eltern, für seine Kollegialität und Freundschaft, für sein Engagement fürs Ganze, für seinen Humor und Pragmatismus und für die hohe Qualität, von der jede seiner Handlungen geprägt war. Merci, Res. 

Marianne Lüdi
Rektorin Volksschule 

Zurück zur Übersicht