Weltpolitische Lage 2026
Das Jubiläumsjahr 2026 – erneut eine Zeit des Umbruchs
Die aktuelle, spannungsreiche Weltlage ist von zunehmender Vernetzung, fortschreitender Digitalisierung und hoher Dynamik geprägt. Geopolitische Rivalitäten und Kriege bestimmen die internationale Lage. Machtverhältnisse verschieben sich, alte Gewissheiten verlieren ihre Gültigkeit. Stabilität ist nicht mehr selbstverständlich, und die Unsicherheiten nehmen zu – ähnlich wie zur Gründungszeit der NMS Bern.
Auch die heute relativ stabile und wohlhabende Schweiz ist gefordert, denn sie ist auf vielfältige Weise mit den globalen Entwicklungen verbunden – sei es als exportorientiertes, vermittelndes oder kooperierendes Land. Wie zur Gründungszeit versucht sie, ihren Weg zwischen Tradition und Wandel zu finden – im Bewusstsein, dass Passivität für unser kleines Land ebenso riskant ist wie unkluges Handeln.
Heute verfügt die Schweiz über Hochschulen, die dank hoher Investitionen und internationaler Kooperationen weltweit zu den besten zählen. Diese internationale Vernetzung macht den Forschungsstandort Schweiz jedoch auch verwundbar. Wie wir erfahren haben, können Forschungskooperationen eingeschränkt werden, um politischen Druck auszuüben.
Nicht nur für die Schweiz sind Wissen und die daraus hervorgehende Innovationskraft zentrale Ressourcen, um Stabilität und Wohlstand langfristig zu sichern. In einer vernetzten Welt sind beide jedoch auch zu geopolitischen Faktoren geworden.
Als Bildungsinstitution sind wir gefordert, unsere Schülerinnen und Schüler sowie unsere Studierenden dabei zu unterstützen, komplexe Entwicklungen zu verstehen, kritisch zu denken und sich als aktive Teilnehmende einer demokratischen Gesellschaft zu begreifen.
Wir fördern deshalb konsequent wissenschaftsorientiertes Lernen über alle Stufen hinweg und verankern in unseren Curricula Kompetenzen, die aus unserer Sicht dazu beitragen, die Zukunft positiv zu gestalten. Dazu gehören digitale Kompetenzen, das Verständnis von Nachhaltigkeitskonzepten, ein wertschätzender und produktiver Umgang mit Diversity sowie eine technologische Grundbildung. Unsere Pädagogische Hochschule stellt sicher, dass angehende Lehrpersonen diese Themen kompetent in den Unterricht integrieren können.
Zugleich reagieren wir auf wirtschaftliche und gesellschaftliche Veränderungen mit einer stärkeren Vernetzung unserer Bildungsangebote. Durchlässige Bildungswege, interdisziplinäre Projekte und Kooperationen mit externen Partnern sollen den Praxisbezug erhöhen und den Lernenden mehr Flexibilität ermöglichen. Auch die kulturelle Bildung bleibt zentral: Wir verstehen sie als eine Form der gesellschaftlichen Reflexion und des Dialogs in einer zunehmend komplexen Welt.
Damit wollen wir die uns anvertrauten jungen Menschen dazu befähigen, nicht nur auf Veränderungen zu reagieren, sondern diese aktiv mitzugestalten. Dafür entwickeln wir unsere Institution seit 175 Jahren kontinuierlich weiter – orientiert an Wissen, Verantwortung und Innovationsfähigkeit.