Editorial

In einer Welt, in der man manchmal agieren und manchmal reagieren muss, dient der Blick zurück der Bilanzierung, der Vergewisserung und Rechenschaftslegung. Ebenso wichtig ist der Blick nach vorne, dorthin, wo die nächsten Herausforderungen und unsere Ziele liegen, die wir erreichen wollen, um unseren Unternehmenszweck bestmöglich erfüllen zu können. Der Jahresbericht sammelt und verarbeitet gleichsam institutionelle GPSDaten (GPS: Global Positioning System). 

Das Titelbild des diesjährigen Jahresberichts illustriert dies: Nach fast 26-jähriger Berufstätigkeit zugunsten der NMS Bern ist Prof. Dr. Martin Stadelmann, Rektor des PH-Instituts NMS und Mitglied der Geschäftsleitung, Ende Februar 2025 in Pension gegangen. Die Würdigung seiner Arbeit  macht deutlich, dass die Lehrerinnen- und Lehrerbildung der NMS in diesem langen Zeitraum aufgrund äusserer Umstände mehrfach existenziell bedroht war. Dass sie heute als einzige privatrechtlich organisierte, akkreditierte Pädagogische Hochschule der Schweiz, die Lehrpersonen für den Kindergarten und die Primarstufe ausbildet, noch existiert, und dass Bern damit der einzige Kanton ist, der zwei pädagogische Hochschulen – eine staatliche und eine privatrechtlich organisierte – unterhält, ist das Ergebnis sowohl überzeugender Konzepte, die Mehrwerte schaffen wie auch engagierter Arbeit. Lesen Sie mehr darüber in der zweiteiligen Würdigung zur Person und zu den Leistungen von Martin Stadelmann. (Der erste Teil ist der Versuch einer beruflichen Bilanzierung, der zweite Teil verrät das persönliche «GPS-Geheimnis» von Martin Stadelmann.) 

Die Nachfolge von Martin Stadelmann als Rektorin des PH-Instituts NMS und als Mitglied der Geschäftsleitung hat Prof. Dr. Katrin Müller angetreten. Mit einer Promotion zu den Karriereverläufen der Abgängerinnen und Abgänger der tertiarisierten Lehrerinnen- und Lehrerbildung sowie mit beruflicher Lehr- und Führungserfahrung, die sie am Schweizer Zentrum für Heil- und Sonderpädagogik (SZH), an verschiedenen Hochschulen (Universität Bern und Eidgenössische Hochschule für Berufsbildung, EHB), als Geschäftsführerin der Anerkennungskommission der EDK (Schweizerische Konferenz der kantonalen Erziehungsdirektorinnen und Direktoren) und zuletzt als CEO von BeLEARN (Kompetenzzentrum für die Digitalisierung in der Bildung) gesammelt hat, bringt Katrin Müller für ihre Leitungsaufgabe an der NMS Bern und am PH-Institut NMS ein vielseitiges und relevantes Kompetenz-und Qualifikationsbündel sowie wertvolle berufliche Netzwerke mit. Das Tüpfelchen auf dem i: Katrin Müller ist eine Absolventin des Lehrerinnen- und Lehrerseminars der NMS. Sie besitzt also auch ein Lehrdiplom für die Volksschule und sie kennt die NMS «von innen». Ihr «GPS-Sender/Empfänger» ist auf die NMS-Werte-Frequenz eingestellt. Katrin Müller muss nicht nur Martin Stadelmanns grosse Stapfen ausfüllen, sondern das PH-Institut in eine Zukunft führen, in der neben einer qualitätsvollen Lehrerinnen- und Lehrerbildung auch Digitalität, Forschung und Internationalität eine grosse Rolle spielen werden. Wir heissen sie an der NMS Bern (wieder) herzlich willkommen und wünschen ihr bei uns beruflichen Erfolg und Erfüllung! 


Wer den letztjährigen Jahresbericht (2023/24) gelesen hat (oder es auf unserer Homepage nachholen will), musste erfahren, dass die NMS Bern (und insbesondere der Geschäftsbereich NMS Schulen) mit finanziellen Problemen zu kämpfen hat, welche strukturelle Gründe haben. Reserven haben uns etwas Zeit verschafft. Sie haben es erlaubt, umsichtig Gegensteuer zu geben, während wir gleichzeitig genaue Analysen (inklusive zweier vertiefender Masterarbeiten) erstellt und eine Vielzahl möglicher Lösungsansätze entwickelt haben, ehe wir eine Strategie formuliert haben, von der wir überzeugt sind, dass sie uns
hilft, in absehbarer Zeit als nicht gewinnorientierte Institution wirtschaftlich wieder so erfolgreich sein zu können, dass wir uns und unsere Zukunft weiterhin finanzieren können. Die Umsetzung dieser Strategie hat 2023 mit ersten Massnahmen begonnen. Im Berichtsjahr 2024/25 wurden insbesondere an den beiden Maturitätsschulen konzeptionelle Vorarbeiten geleistet, die seit dem Schuljahr 2025/26 schrittweise umgesetzt
werden. Der Jahresbericht 2024/25 skizziert diesen Prozess, der von weiteren personellen Veränderungen begleitet wurde. Unter anderem hat der bisherige Rektor der FMS, Oliver Aeppli, die NMS auf Ende des Schuljahres 2024/25 verlassen und damit auf der Führungsebene die strukturelle Voraussetzung dafür geschaffen, dass unsere beiden Maturitätsschulen (Gymnasium und FMS) unter einer gemeinsamen Leitung näher zusammenrücken können. So sollen Synergiepotentiale besser genutzt werden. Was das konkret bedeutet, können Sie im Jahresbericht erfahren.


Gleichzeitig haben wir an unserer Volksschule, am Gymnasium, an unserer Fachmittelschule (FMS) und an unserem Pädagogischen Hochschulinstitut ein weiteres Schul- und Studienjahr gemeistert – inmitten einer bisweilen verunsicherten und verunsichernden Welt, die bereits auch in der nachwachsenden Generation ihre Spuren hinterlässt, so dass bei der Begleitung der Lernenden sehr oft nicht nur auf das schulische Lernen fokussiert werden kann. Aber genau hier liegt die «raison d’ être» der NMS Bern: Wir wollen hinschauen. Wir wollen für unsere Lernenden da sein. Wir wollen Potentiale entfalten helfen. Im Interesse ihrer Entwicklung sind wir nötigenfalls bereit, mit unseren Lernenden und für sie zu ringen. Wir wollen Chancen eröffnen. Wir wollen ein Ort sein, den Lernende und Mitarbeitende gerne aufsuchen und an dem sie Gemeinschaft erfahren. Wir engagieren uns. Die Chronik gewährt Ihnen auf der zweiten, farbig colorierten Seite des Jahresberichts einige Einblicke in das «betriebliche» NMS-Leben im Schul- und Studienjahr 2024/25. 


Und wie immer, finden Sie diesen Jahresbericht auch auf unserer Homepage, wo Bildgalerien noch mehr Impressionen liefern. Wenn Sie möchten, helfen Ihnen die QR-Codes, rascher an Ihr Ziel zu kommen.


Mit herzlichen Grüssen,
Prof. Peter Heiniger
Direktor NMS Schulen

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