Vorbereitungen – Proben

Chorsingen: Eine aus der Zeit gefallene Schulaktivität?

Das Singen im Chor hat an unseren Schulformen – Volksschule, Gymnasium und Fachmittelschule – ebenso Tradition wie am PH-Institut NMS. Insbesondere Lernende im Jugendalter lassen sich dafür jedoch zunächst oft nur schwer begeistern: Chorwerke entsprechen nicht unbedingt ihrem bevorzugten Musikgeschmack, und nur wenige bringen Vorerfahrungen im Chorsingen mit.

Singen exponiert. Chorsingen verlangt, sich auf ein Werk sowie auf Mitsingende, Musizierende und Dirigierende einzulassen. Es erfordert konzentriertes Zuhören, Verlässlichkeit und Selbstdisziplin. Die vielen Wiederholungen und die sorgfältige Arbeit an Details können besonders für Jugendliche herausfordernd sein. Vor einem Konzert sind zudem zusätzliche Proben ausserhalb der üblichen Schulzeiten erforderlich. Damit nimmt das Chorsingen auch einen Teil der Freizeit in Anspruch. All dies macht es anstrengend.

Genau darin liegt jedoch auch sein pädagogischer Wert: Durch das gemeinsame Erarbeiten eines Klangerlebnisses entsteht ein Gefühl der Zugehörigkeit. Wer singt, exponiert sich; zugleich vermittelt die Chorgemeinschaft Schutz und Sicherheit. Die Anstrengung, die mit dem wiederholten Üben, der erforderlichen Konzentration und der aufgebrachten Disziplin verbunden ist, führt schliesslich zu Stolz auf das gemeinsam Erreichte. Der Applaus des Publikums belohnt diese gemeinsame Leistung.

Singen erschliesst neue emotionale Welten und ermöglicht Erfahrungen, die im Schulalltag nicht selbstverständlich sind. Aus unserer Sicht ist es deshalb keineswegs aus der Zeit gefallen. Vielmehr ergänzt es auf wertvolle Weise die häufig digital geprägte Erlebniswelt der Jugendlichen.

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