Doktorierende

Das Hochschulinstitut NMS fördert derzeit fünf Doktorate.

Schriftliches Textfeedback

«Wie lassen sich schriftliche Textkommentierungen linguistisch beschreiben?»

Anke Beyer

In Anke Beyers Dissertationsprojekt werden schriftliche Textkommentierungen angehender Primarlehrpersonen aus linguistischer Perspektive untersucht. Dabei soll zunächst eine möglichst dichte Beschreibung der Textkommentierungen entstehen; in einem zweiten Schritt sollen die Daten vor dem Hintergrund der schreibdidaktischen Empfehlungen für gutes Textfeedback reflektiert werden. Ziel ist es, zu nützlichen Erkenntnissen für die weitere Feedbackforschung und die Didaktik schriftlichen Textfeedbacks zu gelangen.

Anke Beyer ist Dozentin für «Wissenschaftliches Denken und Arbeiten» am IVP NMS und Doktorandin an der Universität Giessen bei Prof. Dr. Katrin Lehnen.

Diagnostizieren im Mathematikunterricht

«Wie können Lehrpersonen die Ursachen für individuelle mathematische Schwierigkeiten effizient feststellen?»

Eliane Liechti

«Eine Viertklässlerin in meiner Praktikumsklasse rechnet immer noch zählend; ein Sechstklässler konnte einfache Subtraktionaufgaben nicht lösen; einige Kinder verstehen nicht, was 'das Ganze' beim Bruchdenken bedeutet.» –Welche fachspezifischen und pädagogischen Diagnoseinstrumente unterstützen Lehrpersonen der Vorschul- und Primarstufe beim Erfassen der ursächlichen thematischen Herausforderungen von Schülerinnen und Schülern im Mathematikunterricht? Worin zeichnet sich eine passgenaue Erklärung seitens der Lehrkraft aus? Mit diesen Fragen beschäftigt sich das Dissertationsprojekt zur Förderung fachspezifischer und pädagogischer Diagnostikkompetenzen im Mathematikunterricht.

Eliane Liechti ist Dozentin für Fachdidaktik Mathematik am IVP NMS und Doktorandin an der Universität Bern bei Prof. Dr. Tina Hascher.

Modellierung von Unterrichtsgesprächen

«Wie kann die Komplexität und die Dynamik von Unterrichtsgesprächen graphisch repräsentiert werden?»

Benjamin Roth

Wenn lernförderliche Unterrichtsgespräche stattfinden, teilen Schülerinnen und Schüler ihre Ideen mit, sie hören einander aufmerksam zu und beziehen ihre Aussagen aufeinander, sie fragen bei Unklarheiten nach, belegen ihre Aussagen mit Fakten und Argumenten. Die Lehrperson initiiert und steuert solche lernförderliche Unterrichtsgespräche durch Fragen, Aufforderungen und den bewussten Einsatz von Wartezeiten. In dieser Studie sollen all diese Faktoren lernförderlicher Unterrichtsgespräche mit sogenannten «State Space Grids» graphisch dargestellt werden.

Benjamin Roth ist Dozent für Pädagogische Psychologie am IVP NMS und Doktorand an der Universität Zürich bei Prof. Dr. Fritz Staub.

Schule und Vielfalt

«Was kennzeichnet den ‹Umgang mit Vielfalt› von Schulen? Reformeifer? Ohnmacht?»

Elias Schmid

Volksschulen sollen Heterogenität produktiv nutzen, Vielfalt als Chance und Bereicherung ansehen, eine Schule für alle sein, sämtliche Kinder optimal fördern und gleichzeitig Ungleichheiten kompensieren. Die Ansprüche an Schulen zum «Umgang mit Heterogenität» sind gross. Ihre Versprechen in Schulleitbildern nicht kleiner. Doch: Welche Grenzen sind schulischem Differenzierungshandeln strukturell gesetzt? Welche Widersprüche treten zwangsläufig auf? Schliesslich: Welche Gestaltungs- und Handlungsspielräume stehen (an) Schulen offen und wie werden diese genutzt? Diesen Fragen geht das Dissertationsprojekt «Schule und Vielfalt» nach.

Elias Schmid ist Dozent für Bildungssoziologie sowie für «Wissenschaftliches Denken und Arbeiten» am IVP NMS und Doktorand an der Universität Bern bei Prof. Dr. Elmar Anhalt.

Orientierung durch Geschichte

«Wie lassen sich historische Orientierungen von Schülerinnen und Schülern sichtbar machen?»

Kristine Gollin

Die Auseinandersetzung mit Geschichte ermöglicht Orientierung. Nicht nur in der Vergangenheit, sondern auch in der Gegenwart und für die Zukunft. Kristine Gollin geht in ihrem Dissertationsprojekt der Frage nach, wie Schülerinnen und Schüler offene, quellenbasierte Schreibaufgaben für eine solche Orientierung nutzen. Zu diesem Zweck wurden Schülerinnen und Schüler im Rahmen einer Schreibaufgabe mit dem Narrativ «Schweizer Neutralität» konfrontiert. Die resultierenden Aussagen und Aufsätze werden nun qualitativ dahingehend ausgewertet, inwiefern in ihnen «historische Orientierungen» sichtbar werden.

Kristine Gollin ist Lehrbeauftragte im Fachbereich «Natur, Mensch, Gesellschaft» am IVP NMS und Doktorandin am Institut für Bildungswissenschaften der Uni Basel und der PH FHNW bei Prof. Dr. Monika Waldis Weber.